Füllungstherapie


Unter einem sichtbaren Loch am Zahn versteckt sich oft ein breiter und tiefer Hohlraum, der von außen nicht erkennbar ist. Bevor das Loch am Zahn geschlossen wird, müssen die geschädigten Zahngewebe vollständig entfernt werden. Um die tieferen Bereiche mit den Instrumenten zu erreichen, muss der Schmelzbereich, der den Hohlraum teilweise noch zudeckt, entfernt werden. Da der Zahnschmelz sehr fest ist, kann er nur mit sehr festen Materialien, wie Diamanten, abgeschliffen werden. Damit das Schleifen zügig vorangeht, müssen sich die Diamanten sehr schnell drehen. Da dabei Hitze entsteht, wird der Zahn mit Wasser abgekühlt. Gleichzeitig spült das Wasser die ausgelösten Teile weg. So viel Wasser im Mund ist störend und außerdem spritzt es sehr. Deshalb wird das Wasser mit einem Sauger, der zwar ziemlich laut, aber harmlos ist, abgesaugt.

Kariesentfernung
Wenn ein Durchgang in den Hohlraum geschaffen worden ist, wird mit einem langsamen Instrument, einer „Schaufel“, ohne Wasser weitergearbeitet. Mit der „Schaufel“ werden alle erkrankten Gewebe entfernt.

Legen der Füllung
Nachdem alles gesäubert wurde, wird bei sehr tiefen Stellen eine Schutzschicht auf den Boden aufgebracht. Diese Schicht nennen wir „Unterfüllung“. Sie enthält oft Medikamente, die dafür sorgen, dass der kleine Patient keine Schmerzen bekommt.

Nach der Unterfüllung wird in kleinen Portionen ein Füllungsmaterial in das Loch eingebracht. Die zahnfarbenen Materialien sind wie Knete. Man kann sie sehr schön formen. Aber um kauen zu können, müssen sie fest werden. Mit Hilfe einer Lampe werden die Materialien ausgehärtet. Das blaue Licht funktioniert wie ein Haarfön: Je nach Tiefe des Loches muss das Aufbringen und Aushärten einige Male wiederholt werden. Bei manchen Füllungsmaterialien braucht man die Lampe allerdings nicht.

 
Politur der Füllung
Danach wird dafür gesorgt, dass die Füllung beim Schließen der Zähne und beim Kauen nicht stört. Durch das Beißen auf ein farbiges Papier erkennt der Zahnarzt die störenden Stellen. Am Ende glättet und poliert der Zahnarzt die Füllungsoberfläche, damit man sie sauber halten kann. Am Schluss kann man kaum erkennen, dass der Zahn ein Loch hatte. Es gibt auch bunte Füllungsmaterialien in Blau, Rosa oder Grün. Wenn die Eltern einverstanden sind und sich das Kind einen bunten Zahn wünscht, kann es sich eine Farbe aussuchen.

Die Milchzähne werden heute wegen der Amalgamdiskussion auch im Seitenzahnbereich bevorzugt mit Kompomeren oder Kompositen versorgt. Bei kariesaktiven Gebissen, bei denen die Verbesserung der Mundhygiene nicht zu erwarten ist, und bei Kindern mit Allgemeinerkrankungen und Behinderungen sollten allerdings andere Alternativen in Betracht gezogen werden, um das Risiko einer Sekundärkariesbildung zu reduzieren. Bei solchen Ausnahmefällen sind für kleinere Defekte im Seitenzahnbereich die Amalgamfüllungen und für stark zerstörten Zähne die konfektionierten Stahlkronen indiziert.

Die Materialien auf Kunststoffbasis werden heute in verschiedenen Farben wie Blau, Rosa oder Goldfarben angeboten. Jedoch können diese natürlich nur im Seitenzahnbereich gelegt werden. Bei begrenzter Kooperationsbereitschaft der Kinder können sie, nach Einverständnis der Eltern, den Kindern angeboten werden.

Bei profunder Karies ist auch bei Kindern eine Betäubung erforderlich. Dies sollte den jüngeren Kindern aber schonend beigebracht werden („Schlafmittel“ oder „Zaubertrank“ für die Zähne). Vor der ersten Anwendung sollten Kinder aller Altersgruppen über das Empfinden nach der Betäubung aufgeklärt werden, da Kinder oft mit diesem Gefühl nicht klarkommen.

Häufige Fragen zur Füllungstherapie

Kann ein kaputter Zahn auch ohne Füllung repariert werden?
Unser Speichel kann frisch entstandene Schäden an den Zahnoberflächen unter Umständen reparieren. Das geht aber nur, wenn wir nicht ständig naschen. Wenn wir unsere Zähne regelmäßig mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta putzen oder eine fluoridhaltige Spüllösung benutzen, können wir diesen Reparaturprozess unterstützen. Aber wenn wir schon Löcher erkennen können, brauchen wir eine Füllung.

Es werden sowieso neue Zähne kommen. Was würde passieren, wenn wir die Milchzähne nicht füllen?
Die Milchzähne werden zwar ersetzt, aber der Zahnwechsel dauert bis zum 13. Lebensjahr. Ein unbehandelter Zahn führt zur Schmerzen und gegebenenfalls auch zu einer Entzündung an der Milchzahnwurzel. Diese Entzündung kann den bleibenden Zahnkeim schädigen. Wenn die Milchzähne frühzeitig gezogen werden, entstehen im Seitenzahnbereich Platzprobleme und das Kieferwachstum wird beeinträchtigt. Durch das erschwerte Kauen entstehen Ernährungsstörungen. Die Frontzähne haben zwar keine Platzhalterfunktion, aber ihr Verlust beeinflusst die Sprachentwicklung und auch das Aussehen.
Können Milchzähne, da sie ja keine Wurzeln haben, überhaupt schmerzen?
Auch die Milchzähne haben wie die bleibenden Zähne Wurzeln und einen Zahnnerv. Während des Wachstums der bleibenden Zahnkeime werden die Wurzeln aufgelöst. Deswegen haben die Zähne, die selbst herausgefallen sind, keine Wurzel mehr. Solange die Wurzeln vorhanden sind, können die Milchzähne genauso schmerzen wie die bleibenden Zähne.

Mit welchen Materialien werden Milchzähne gefüllt?
Milchzähne können mit zahnfarbenen Materialien oder mit Amalgam versorgt werden. Es gibt auch Kunststoffmaterialien, die farbig (rosa, blau usw.) sind. Gold und Keramik werden in der Kinderzahnheilkunde nicht verwendet.

Werden bei Kindern immer noch Amalgamfüllungen eingesetzt?
Die Entscheidung wird mit den Eltern zusammen getroffen. Da über Amalgamfüllungen heute weiterhin diskutiert wird, werden in der Kinderzahnheilkunde Kunststoffmaterialien vorgezogen. Bei Kindern mit erschwerter Mundhygiene werden Amalgamfüllungen jedoch weiterhin empfohlen.

Kann man die Milchzähne nicht auch füllen, ohne sie großartig zu reinigen?
Wenn die Behandlung wegen Schmerzen vorzeitig abgebrochen werden muss oder die Ausdauer des Kindes für die vollständige Kariesentfernung nicht ausreicht, werden die Zähne geschlossen, bevor sie vollständig gereinigt sind. Später muss jedoch weiterbehandelt werden damit das Kind keine Schmerzen bekommt.

Kann man bei Kindern auch betäuben?
Ja, wenn Schmerzen zu erwarten sind, werden die Milchzähne auch betäubt, die Zähne lassen wir dann „schlafen“.

 



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