Ab einem Alter von etwa zwei Jahren können Kinder allmählich mit der Zahnbürste umgehen. Jedoch ist die Feinmotorik im Vorschulalter noch nicht so weit entwickelt, dass die Kinder in der Lage sind, ihre Zähne vollständig selbst zu reinigen. Am Anfang können sie die äußeren Flächen der leicht erreichbaren Zahngruppen und im vierten Lebensjahr auch die Kauflächen der Backenzähne selbst putzen. Erst mit sechs bis sieben Jahren, also im Schulalter, sind die Kinder in der Lage, auch die inneren Bereiche selbstständig zu reinigen.

Kinder zwischen zwei und fünf Jahren lernen mit der Schrubbtechnik das Zähneputzen. Durch die Regelmäßigkeit des Verhaltens (mindestens zweimal am Tag) wird die Zahnpflege ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Die eigentliche Mundhygiene wird jedoch durch die Eltern durchgeführt. In den schwierigen Phasen, in denen Kinder die elterliche Unterstützung nicht wünschen, kann das Kind auf die „Verstecke der Zahnteufelchen“ hingewiesen werden, die leider nur durch jemandem entdeckt werden können, der direkt in den Mund schaut. Kinder freuen sich oft, wenn sie ebenfalls bei Erwachsenen diese „Verstecke“ suchen und reinigen dürfen.

Putztechnik
Besonders im Vorschulalter brauchen Kinder einen dicken und kindgerecht geformten Griff für ihre Zahnbürste. So können sie die Zahnbürste fester greifen und im Mund kontrollierter führen.

Das Bürstenfeld sollte etwa zwei Zähne erfassen und ein vielbündeliges (multi-tufted) Borstenfeld mit abgerundeten Borstenenden aufweisen. Ein solcher Bürstenkopf erleichtert den Kindern im Bereich der Backenzähne das Zähneputzen und verhindert Verletzungen. Nach dem Zähneputzen sollten die Zahnpastareste vom Bürstenkopf gründlich weggewaschen werden, damit sich hier keine Bakterien ansetzen können. Da nur eine Zahnbürste mit geraden Borsten die Beläge richtig entfernen kann, sollte eine Zahnbürste mit abstehenden Borsten ersetzt werden.

Vorschulkinder putzen zuerst die Kauflächen der Zähne. Durch einfaches Schrubben werden die Vertiefungen auf den Kauflächen gereinigt. Die Außen- und Innenseiten der Zähne werden dabei teilweise ebenfalls erreicht.
 

Die Außenflächen der Zähne werden bei geschlossenen Zahnreihen mit kleinen Kreisen gereinigt Die jüngeren Kinder können allerdings auch die Zahnbürste frei hin und her bewegen, da ihre Feinmotorik für rotierende Bewegungen noch nicht ausreichend entwickelt ist.

Auch die Außenflächen der Frontzähne werden mit kreisenden Bewegungen gereinigt. Im Frontzahnbereich können auch die jüngeren Kinder diese Bewegungen nachahmen.

Danach sollten die Kinder probieren, die Innenflächen der Zähne zu putzen. Dabei erreichen sie selten den Zahnfleischrand und bleiben fast an denselben Oberflächen, die auch beim Putzen der Kauflächen erreicht werden.

Die inneren Flächen der Frontzähne sind zu eng. Hier wird die Zahnbürste steil gehalten und von „rot nach weiß“ hin- und herbewegt.

Entwicklungspsychologischer Aspekt
Das Zähneputzen ist kein angeborenes Verhalten. Die regelmäßige Durchführung der Mundhygiene muss gelernt und eingespielt werden. In den ersten Lebensjahren sollten die Kleinkinder sich zuerst daran gewöhnen, dass auch im Mund eine regelmäßige Hygienemaßnahme stattfindet. Später muss das Zähneputzen als ein selbstverständlicher Teil der täglichen Hygiene eingearbeitet werden. Die Schrubbtechnik ist eine freie Zahnputzmethode. Durch diese Methode kann man den Kindern verschiedene Zahnflächen verdeutlichen und systematisches Zähneputzen mit zunehmendem Alter beibringen.

In der Altersgruppe von zwei bis fünf Jahren sind die Unterstützung und das Nachputzen durch die Eltern auf jeden Fall ratsam. Nicht nur die oralen Flächen, sondern auch einige Quadranten und die zervikalen Bereiche der vestibulären Flächen können wegen der unausgereiften Feinmotorik der Kinder nicht erreicht werden. Außerdem verlieren die Kinder ziemlich schnell ihr Interesse an bestimmten Tätigkeiten. Nach dem Zahnarztbesuch oder einer Zahnputzwoche im Kindergarten konzentrieren sie sich auf die Zahngesundheit und gesunde Ernährung. Aber nach einigen Tagen gerät dieses Thema in Vergessenheit. In dieser Phase können die Kinder die drei Minuten, die von den Eltern aufgetragen werden, zwar mit Hilfe einer Sanduhr einhalten, führen aber die Zahnpflege flüchtig durch. Besonders während des Durchbruchs der ersten bleibenden Molaren und des beginnenden Zahnwechsels im Frontzahngebiet sollten die Eltern wiederholt darauf hingewiesen werden, dass die Kinder beim Zähneputzen weiterhin ihre Unterstützung brauchen.

Besonders ist zu beachten, dass im Kindergartenalter sollten die starke Sozialentwicklung der Kinder (Wunsch nach Selbstständigkeit) nicht parallel mit der Entwicklung der Feinmotorik läuft!

 

 

Häufige Fragen zur Putztechnik


Wie oft sollten Kinder ihre Zähne putzen?
Obwohl die Zahnpflege nach jedem Essen stattfinden sollte, ist das leider nicht immer umsetzbar. Die Zähne sollten jedoch immer morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen geputzt werden. Um das regelmäßige „Vergessen“ der abendlichen Zahnpflege in dieser Altersgruppe zu vermeiden, kann die abendliche Mundhygiene auch direkt nach dem Abendessen durchgeführt werden. In solchen Fällen sollte man möglichst aufpassen, dass die Kinder danach keine Nahrungsmittel mehr zu sich nehmen.

Wie oft sollte ich bei meinem Kind die Zahnbürste wechseln?
Aus hygienischen Gründen sollte die Zahnbürste alle sechs Wochen gewechselt werden.

Wie hilfreich sind zahnpflegende Kaugummis?

Solche Kaugummis, die den Zuckeraustauschstoff Xylit als Süßungsmittel enthalten, ersetzen das Zähneputzen nicht. Sie können aber als eine unterstützende Maßnahme angewendet werden, besonders unterwegs. Heute wird das Kauen solcher Kaugummis zweimal am Tag für etwa zehn Minuten empfohlen.

Ist ein normaler Kaugummi schädlich für die Zähne?

Die Kaugummis, die nicht als zahnpflegend bezeichnet sind, enthalten herkömmlichen Zucker, wie er in Süßigkeiten enthalten ist. Dieser Zucker wird während des Kauens nach etwa zehn Minuten eliminiert. Danach werden die Zähne durch die Anregung des Speichelflusses ebenfalls durch den herkömmlichen Kaugummi geschützt. Zahnpflegende Kaugummis enthalten als Süßungsmittel jedoch den Zuckeraustauschstoff Xylit. Er ist nicht kariogen und ihm werden auch antibakterielle Eigenschaften zugesprochen. Das heißt, bei regelmäßiger Anwendung solcher Kaugummis (zweimal täglich mindestens zehn Minuten) reduziert sich die Anzahl der Karies verursachenden Bakterien im Mund.
 
Ist der Zuckeraustauschstoff Xylit schädlich?
Zuckeraustauschstoffe, darunter auch Xylit, können bei Anwendung in größeren Mengen Durchfall verursachen. Deswegen sollten keine großen Mengen regelmäßig gekaut werden. Weitere gesundheitliche Risiken in Verbindung mit Zuckeraustauschstoffen sind derzeit nicht bekannt.

Muss ich immer noch nachputzen?
Da Kinder im Grundschulalter die gewohnten Bewegungen nur flüchtig durchführen, ist das selbstständige Zähneputzen nicht effektiv. Deswegen ist da Nachputzen durch die Eltern weiterhin notwendig.

Wie effektiv ist die Reinigung mit einer elektrischen Zahnbürste?
Der Reinigungseffekt aller Zahnbürsten hängt hauptsächlich von der korrekten Anwendung ab. Eine elektrische Zahnbürste sorgt oft dafür, dass die Kinder für eine gewisse Zeit mehr Interesse an der Zahnpflege zeigen. Beim flüchtigen Zähneputzen bringt auch eine elektrische Zahnbürste keine Vorteile.

 



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