Zahnwechsel


Die Milchfrontzähne sind schon bei der Geburt im Kieferknochen fast vollständig ausgebildet. Der Durchbruch dieser Zähne fängt im sechsten bis achten Lebensmonat an und ist etwa im 13. Lebensmonat abgeschlossen. Die Lücken zwischen den Milchfrontzähnen sichern den Platz für die bleibenden Zähne. Die Zahnkeime der bleibenden Zähne sind ebenfalls bei der Geburt schon angelegt. Bei den bleibenden Schneide- und Eckzähnen fängt die Mineralisation während des Durchbruchs der Milchfrontzähne an. Die Zahnkeime, die sich an den Wurzelspitzen der Milchzähne befinden, sind nur mit Röntgenaufnahmen erkennbar. In den ersten Lebensjahren haben die Milchzähne vollständig ausgebildete Wurzeln. Ein Trauma an den Milchzähnen oder eine Entzündung im Wurzelbereich wegen einer Karies kann die Zahnkeime beschädigen.

Zwischen dem 16. und 30. Lebensmonat brechen die Eck- und Backenzähne des Milchgebisses durch. Als „Stützzonen des Gebisses“ stabilisieren sie die Form von Ober- und Unterkiefer.

Im sechsten Lebensjahr brechen als erste bleibende Zähne oft die großen Backenzähne direkt hinter der Milchzahnreihe durch. Da sie keinen Milchzahn ersetzen, werden sie als Zuwachszähne bezeichnet. Zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr beginnt mit den Frontzähnen im Unterkiefer der Zahnwechsel, also der schrittweise „Ersatz“ der Milchzähne durch bleibende Zähne. Durch Weiterentwicklung ihrer Wurzeln bewegen sich die Zahnkeime der bleibenden Zähne auf die Mundhöhle zu. Dabei werden die Milchzahnwurzeln abgebaut und verlieren ihren Halt. Bei reibungslosem Ablauf brechen die bleibenden Zähne kurz nach dem Verlust der Milchzähne durch. Zwischen den kleinen Milchfrontzähnen befinden sich oft Lücken. Die breiteren bleibenden Zähne verbrauchen diesen Platz und sollten später direkt nebeneinander stehen.

Da die nachfolgenden Zähne schmäler sind als die Milchzähne, existieren zwischen den Backenzähnen keine Lücken. Die Mineralisierung der bleibenden Zähne in diesem Bereich fängt teilweise erst im dritten Lebensjahr an. Dadurch findet hier der Zahnwechsel etwa eineinhalb bis zwei Jahre später als an den Frontzähnen statt.

Die Mineralisierung der bleibenden Zähne im Seitenzahnbereich beginnt im dritten Lebensjahr. Ihre Wurzeln werden während des Wechsels der Frontzähne ausgebildet. Die bleibenden kleinen Backenzähne und die Eckzähne brechen zwischen dem neunten und elften Lebensjahr durch, das Erscheinen der Oberkiefereckzähne schließt den Zahnwechsel ab. Die seitlichen bleibenden Zähne sind etwas schmaler als ihre Vorgänger. So finden sie auch bei lückenlos stehenden Milch-Backenzähnen meist ausreichend Platz.
Mit 12 bis 13 Jahren kommen die zweiten großen Backenzähne dazu. Die Weisheitszähne können, falls sie angelegt sind, zwischen dem 17. und 25. Lebensjahr durchbrechen.

Für den/die Behandler/-in
Bei der Geburt sind die Milchschneidezähne fast komplett und die Eckzähne sowie die Milchmolaren teilweise mineralisiert. Die ersten bleibenden Molaren weisen auf den mesialen Höckern schon mineralisierte Flächen auf. Außer den Prämolaren (Glockenstadium im 2. Lebensmonat), den zweiten bleibenden Molaren (Glockenstadium im 7. Lebensmonat) und den Weisheitszähnen (Glockenstadium im 6. Lebensjahr) sind die restlichen bleibenden Zahnkeime schon im Glockenstadium.

Der Durchbruch der Milchzähne wird im 30. Lebensmonat abgeschlossen. Mit dem Durchbruch der ersten Milchmolaren findet die erste Verschlüsselung der Okklusion und mit dem Durchbruch der zweiten Milchmolaren die erste Bisshebung statt. Mit dem Durchbruch der ersten bleibenden Molaren mit sechs Jahren erfolgen dann die zweite Bisshebung und die entscheidende Verschlüsselung der Okklusion.

Neben den genetisch vorgegebenen Durchbruchszeiten beeinflussen auch einige lokale Gegebenheiten den zeitlichen Ablauf des Zahnwechsels. Beim frühen Verlust der Milchzähne und nachfolgender knöcherner Regeneration der Alveole kann sich der Durchbruch des bleibenden Zahnes verzögern und ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Andererseits kann eine entzündungsbedingte Resorption im Wurzelbereich eines Milchzahnes aber auch einen frühzeitigen Zahndurchbruch bewirken.

Beim Vorhandensein von Lücken zwischen den Milchfrontzähnen und distal der Milcheckzähne ist ein Platzmangel im bleibenden Gebiss selten zu erwarten. Im Oberkiefer wird der Zahnbogen durch den leicht labial versetzten Durchbruch der Oberkieferfrontzähne erweitert und so für die bleibenden Frontzähne Platz geschaffen. Das vorwiegend transversale Kieferwachstum während des Frontzahnwechsels sorgt ebenfalls für mehr Platz in diesem Bereich. Im Gegensatz zur Front sind die Milchzähne der Stützzonenbereiche breiter als die bleibenden Zähne. Diese Platzreserve gleicht im Unterkiefer den Platzmangel der Frontzähne aus und steht auch in beiden Kiefern für die mesiale Wanderung der ersten Molaren zur Verfügung. In dieser Phase des Zahnwechsels kann sich ein leichter Engstand im Frontzahnbereich unter Umständen selbst regulieren.

Approximalkaries oder Ankylose von Milchmolaren können zu Kontaktpunktverlust und Verengung im Stützzonenbereich führen. Bei frühzeitiger Extraktion von Milchmolaren kommt es oft relativ schnell zu einem Platzverlust. Die frühzeitige Exfoliation der Milcheckzähne und zweiten Milchmolaren während des Durchbruchs der ersten bleibenden Molaren bzw. der bleibenden seitlichen Schneidezähne kann es ebenfalls zu Platzproblemen führen. Im Bereich der zweiten Prämolaren kann eine Verengung durch vorzeitigen Durchbruch der zweiten bleibenden Molaren auftreten.

 

Häufige Fragen zum Zahnwechsel


Mein Kind hat schon einen neuen Zahn, aber der Milchzahn ist noch da. Was nun?
Wenn der bleibende Zahn neben, anstatt unter dem Milchzahn durchbricht, wird die Milchzahnwurzel manchmal nicht vollständig abgebaut. Trotzdem fallen die Milchzähne oft von selbst aus. Ist der Milchzahnwurzelrest zu groß, muss er in der Zahnarztpraxis entfernt werden.

Sollte man nachhelfen, wenn lockere Milchzähne nicht herausfallen „wollen“?
Das Herausfallen der Milchzähne hängt mit der Entwicklung des darunter liegenden bleibenden Zahnes und mit dem Wurzelzustand des Milchzahnes zusammen. Das zusätzliche Wackeln an dem Milchzahn beschleunigt den Zahnwechsel nicht. Versuche zur vorzeitigen Entfernung mit Hilfe alter „Hausmethoden“ sollten unterbleiben. Oft fügen sie dem Kindern Schmerzen zu, da der Milchzahn noch mit feinen Fasern am Zahnfleisch hängt.

Der Wackelzahn stört aber beim Essen. Sollten wir nichts unternehmen?

Kinder schonen einen lockeren Zahn beim Essen oft unbewusst. Stört er sie dennoch beim Kauen oder Abbeißen, ist er meist schon so gelockert, dass er in kürzester Zeit von selbst heraus fällt. Verursacht ein Wackelzahn größere Probleme, kann er in der Zahnarztpraxis entfernt werden.

Zähneputzen am Wackelzahn kann wehtun. Lohnt sich die Pflege überhaupt?

Die gesamte „Wackel-Phase“ dauert manchmal mehrere Monate. Wenn der Zahn so lange nicht geputzt wird, entsteht eine Zahnfleischentzündung. Sie erschwert zusätzlich die Reinigung des nachfolgenden Zahnes – die wegen der kurzen sichtbaren Kronenlänge anfangs oft ohnehin nicht einfach ist. Vorsichtiges, druckloses Bürsten reicht in dieser Zeit oft aus, um Probleme zu vermeiden. Wenn ein Zahn so locker wird, dass er seine Stellung verändert, ist zu erwarten, dass er innerhalb weniger Tage heraus fällt und darf beim Zähneputzen ausgelassen werden.

 

Die neuen Frontzähne wachsen schief. Ist etwas nicht in Ordnung?
Die bleibenden Frontzähne wachsen im Unterkiefer häufig etwas hinter den Milchzähnen heraus, im Oberkiefer davor. Oft führen schon die natürlichen Muskelbewegungen von Zunge und Lippe die Zähne allmählich in die richtige Stellung.

Gleichaltrige Kinder haben schon bleibende Zähne, mein Kind noch nicht. Warum?

Der Zahnwechsel beginnt in der Regel zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr und ist im 13. Lebensjahr abgeschlossen. Jedes Kind hat jedoch seine eigene Entwicklungsgeschwindigkeit, es gibt ausgesprochene „Frühzahner“ und „Spätzahner“. Meist dauert der Zahnwechsel bei Jungen auch länger als bei Mädchen.

Kann es sein, dass einige bleibende Zähne fehlen?
Einzelne Zahnkeimanlagen können vererbungsbedingt, bei bestimmten Krankheiten oder auf Grund örtlicher Gegebenheiten fehlen. Bei begründetem Verdacht auf eine Nichtanlage sollten Vorhandensein und Lage der Zahnkeime mit Röntgenaufnahmen kontrolliert werden.

Was kann man in solchen Fällen machen?
Gesunde Milchzähne können an Stelle der nicht angelegten Zähne viele Jahre im Mund bleiben. In diesen Fällen wird oft erst im Erwachsenenalter eine Behandlung erforderlich. Geht ein solcher Milchzahn schließlich doch verloren, sollte das weitere Vorgehen in Zusammenarbeit mit Kieferorthopäden, gegebenenfalls auch mit anderen Fachbereichen (z. B. Chirurgie) geplant werden.

Was ist eine Stützzone?
Die Stützzonen sind der Bereich der Milcheckzähne und Milchbackenzähne. Diese Zähne sichern nach vorne und hinten die Anordnung des Zahnbogens.

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